Zwischen diesen beiden Extremen spannt sich der Palmsonntag auf, mit dem wir am 28. 03. 2010 die Feier der Karwoche beginnen werden: Der Jubelruf derer, die den Einzug Jesu in Jerusalem mit vielen hoffnungsfrohen Erwartungen verbinden und die enttäuschten, ja verzweifelten Schreie derer, die bei der Verurteilung gegen den „König der Juden“ auftreten und schlechte Stimmung machen.
Wo bin ich? Hoffnungsfroh und voller Erwartungen? Enttäuscht und vom Leben betrogen? Oder gar verzweifelt und am Boden um mich tretend?
In diesen Extremen spannt sich mein Leben, spannt sich unser Leben auf.
Nie nur das eine, gute, positive. Immer auch das andere, enttäuscht und betrogen werden und dann auch verzweifelt sein.
Ein erster Schritt wäre, sich diesen Schwankungen und Spannungen in der eigenen Befindlichkeit bewusst zu machen. Sich immer wieder vor Augen zu führen, dass es auch das andere in meinem Leben gibt und gegeben hat: Ich werde nicht in der momentanen Stimmung verharren! Es werden auch andere Zeiten kommen. Ich selbst kann durch ehrliches Erinnern mich in diesen Extremen meines Daseins verorten.
Doch über diesen menschlichen Extremen, die uns mit dem Herrn Jesus Christus verbinden, hat er in der kommende Woche noch eine andere, ein weitreichende Bedeutung für uns und mein Leben: Leiden und Tod bleiben ihn auch nicht erspart. Im Leiden und im Tod wird er ganz auf unser menschliche Tragik verwiesen, nimmt diese an und weicht dem nicht aus.
Leiden und Tod, so schmerzlich wir dies empfinden, gehören zum Menschsein dazu. Es wird kein Mittel geben sich dem zu entziehen. Aber, und das ist ja die Frohe Botschaft in den nächsten Tagen für jeden von uns! Aber Leiden und Tod haben nicht das letzte Wort. Unser Leben, auch wenn es sich hinneigt zum Tod und wir unausweichlich sterben werden, unser Leben hat eine Zukunft: Der Ostermorgen lässt uns diese bittere Wahrheit in einem neuen Licht erscheinen.
Zur Mitfeier der Kar- und Ostertage in unserer Pfarreiengemeinschaft lade ich Sie – auch im Namen unseres Seelsorge-Teams – herzlich ein!
Ihr Nikolaus Hegler, Pfarrer
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