Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns...

Wie bringen wir das nur zusammen, was da in diesem Evangelium geschrieben steht. Da erleben wir einerseits die Großzügigkeit Jesu: "Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns..." und andererseits ist da die Rede von Hölle, von ewigem Feuer und von der Verdammnis; ganz drastisch und mehrfach gesteigert. Einerseits wird sogar der akzeptiert, der sich nur mit einem Teil der Botschaft Jesu identifiziert und auf der anderen Seite werden all jene in Angst und Schrecken versetzt, die die "Kleinen", sprich die Armen und Geringsten, von diesem Weg mit Jesus abbringen.

Wie können wir diese Evangelienstelle trotz aller Drohworte als Frohbotschaft Jesu erleben? Was kann sie uns am kommenden Sonntag mit auf den Weg geben?

Mir wird deutlich, dass dieses Evangelium uns von neuem auf unsere einmal getroffene Entscheidung für Jesus und seine Botschaft hinweist. Das Reich Gottes, das er verkündet und lebt, das ist für alle Menschen offen. Es ist kein Exklusivangebot nur für die Hundertprozentigen; alle dürfen mit ihrer Unvollkommenheit hinzutreten - jede und jeder bekommt eine Chance. Reich Gottes im Sinne Jesus - das ist einladend, vor allem für die Kleinen und Geringen, die Schwachen und Unansehnlichen. Gerade diesen Menschen brachte Jesus die Zuwendung Gottes, ihnen - und allen, die diesen Geringen und Kleinen einen Becher Wasser reichen, das Nötigste also nicht für sich behalten, sondern teilen.

Zu dieser Haltung sind alle aufgerufen, die sich für Jesus entschieden haben. Seine drastischen, direkten Worte gelten all denen, die zwar vordergründig zu ihm und seiner Botschaft JA sagen, aber daraus für sich und ihr Leben keine Konsequenzen ziehen.

Und wo stehen wir? Reichen wir einen Becher Wasser? Haben wir den "Kleinen" schon wahrgenommen, der auch uns tagtäglich begegnet? Diese Fragen stehen vor uns und drängen uns immer wieder von neuem zu einer Entschiedenheit, wie Jesus sie praktiziert hat. Er fordert uns heraus, weil es eben auf uns ankommt, wenn wir das Leben und die Liebe gewinnen und Reich Gottes auf dieser Erde Wirklichkeit werden sollen.

Einen gesegneten Sonntag im Namen des Seelsorgeteams wünscht Ihnen
Ihr Diakon Alexander Fuchs

Lesungen zum 26.Sonntag im Jahreskreis




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