21.06.2012 18:30 Uhr:
Gottesdienst für leb. + verstorb. St. Johanniszweiverein - Rathaus, Sitzungssaal
21.06.2012 19:15 Uhr:
Jahreshauptversammlung 2012 - Rathaus, Sitzungssaal
Wenn man heutzutage in die Regale der Buchläden unter den Sparten Ratgeber, Lebenshilfe oder Esoterik nachschaut, dann findet man eine riesige Auswahl an Lektüre. Bei der christlichen Lektüre hingegen sieht es eher mau aus. Man bekommt den Eindruck, den Kirchen wird immer weniger eine befriedigende Antwort auf die Frage zugetraut: Worauf kommt es im Leben wirklich an? Und wie finde ich zu einem glücklichen Leben? Was kann mir Zuversicht, Optimismus und Widerstandskraft vermitteln, Haltungen, die zur Bewältigung des Lebens unentbehrlich sind? Seitdem dieses Vertrauen verloren gegangen ist, halten viele Ausschau nach irgendwelchen Weisheitslehrern, die auf die Frage, wie man leben soll, angeblich die Antwort kennen.
Steigt man tiefer in die Lektüre solcher Bücher ein, dann findet man meistens Worte, die bei vielen wie Öl runterfließen.
Am kommenden Sonntag werden uns im Evangelium Ratschläge Jesu zu einem glücklichen Leben vorgelesen. Es sind nicht Worte, die wie Öl hinunterfließen. Es sind Worte mit Widerhaken. Absicherungsdenken, Vorsorgedenken, das heutzutage als höchster Wert und als ein Muss eines verantwortlichen Bürgers gilt, wird hier als Lebenskiller geoutet. Wer sich Sorgen für 30 Jahre im Voraus macht, rafft alle Sorgen der Zukunft auf sich und das lähmt! Wir sollen den Tag mit seinen Herausforderungen annehmen wie die Vögel und die Lilien, sonst sind wir mit unseren Sorgen immer woanders und gehen am eigentlichen Leben vorbei. Wir sollen unsere eigene Kraft nicht überschätzen und der Fürsorge Gottes noch etwas zutrauen. Wir gehen sonst an einem gelungenen Leben vorbei, wenn wir nur an unser Glück, an unser Wohl, an unsere Bedürfnisse denken. Das bringt uns doch nur dahin, dass wir nur noch um uns kreisen und uns in selbst verschließen. Jesus will uns eindringlich sagen: Wenn ihr die Kunst eines guten und zufriedenen Lebens lernen wollt, dann müsst ihr weg vom Denken: „Hauptsache ich bin glücklich!“ Dann müsst ihr verstehen: Lebensglück ist unabhängig von den Dingen dieser Welt. Wer auf Dauer die Kunst eines gelungenen Lebens lernen will, der muss sich für eine Idee einsetzen, der muss seine Energien in die richtige Richtung lenken. Anders kann ich die Worte Jesu nicht verstehen: „Es muss uns zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird uns alles andere dazugegeben!“
Sicher haben diese Erfahrung schon viele von ihnen gemacht: Nicht die Worte, die wie Öl in mir hinunterfließen, sind es, die mir in erster Linie zu einem gelungenen Leben verhelfen. Oft sind gerade die widerborstigen Worte, die wegen ihrer scheinbaren Lebensfremdheit und Sperrigkeit sich wie mit einem Widerhaken in mir festsetzen, ein Anstoß zu neuen Denkwegen in Richtung gelingendes Leben.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Ihr Diakon Alexander Fuchs
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