30. Sonntag im Jahreskreis

Im Evangelium des kommenden Sonntags hören wir davon, dass Jesus mit seinen Jüngern in der Stadt Jericho ist. Die Menschen, die ihn dabei begleiten, unterstützen die Sache Jesu, denn es ist nicht die der Pharisäer und das kommt an. Sie wollen dabei sein, weil Sie die Idee dieses Predigers gut finden. Jesus will aber nicht einfach irgendein Programm oder eine Lebensphilosophie demonstrieren. Ihm geht es um den Menschen. Deshalb stört ihn der blinde Bartimäus auch nicht - im Gegensatz zu denen, die diesem befehlen, doch lieber den Mund zu halten. Und deshalb ist die Frage, die Jesus ihm stellt, das Zentrum des Evangeliums: «Was soll ich dir tun?»

Was soll ich dir tun? Was würden wir auf diese Frage antworten? Was ist es, das wir uns von Jesus, von Gott wünschen? Was steht im Mittelpunkt unseres Lebens, unserer eigenen Sehnsucht? Bartimäus hat sich nichts sehnlicher gewünscht, als sehen zu können. Und er glaubte, damit bei Jesus an der richtigen Adresse zu sein. Bei ihm fühlte er sich mit seinem Wunsch aufgehoben. Haben wir einen solchen tiefsten Wunsch? Würden wir uns damit an Jesus wenden, weil wir uns bei ihm aufgehoben wissen?

Wir feiern heute den Weltmissionssonntag. Der erste Gedanke, der uns bei dem Stichwort «Mission» durchzuckt, ist der Gedanke an unsere Geldbörse - muss ich jetzt schon wieder etwas spenden? Wieviel wohl? Bei dem Wort «Weltmission» vergessen wir nämlich leicht, dass nicht nur wir die Gebenden sind. Gerade die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern sind nämlich in mancher Beziehung reicher als wir.

Oft hört man von Menschen, die dort gelebt oder gearbeitet haben: «Es ist erstaunlich, dass man in den Armenvierteln zum Beispiel in Südamerika viel mehr lachende, fröhliche Menschen findet als bei uns. Offensichtlich haben sie bei aller Not noch die Wahrnehmung des Guten, an der sie sich auch festhalten, sich aufrichten und Kraft gewinnen können. Insofern brauchen wir wieder jenes Urvertrauen, das letztlich nur der Glaube geben kann. Dass im Grunde die Welt gut ist, dass Gott da ist und gut ist. Dass es gut ist, zu leben und ein Mensch zu sein.»

Könnten wir vielleicht von diesen Menschen wieder lernen, was es heißt, Gott zu vertrauen? Das Leben zu lieben, weil Gott uns liebt?

Natürlich braucht die Mission auch unsere finanzielle Unterstützung. Aber auch wir brauchen die Mission, damit wir wieder lernen, in Gott und im Glauben unsere Freude zu finden. Vielleicht haben wir gerade im Hinblick auf die Mission verlernt, zu bitten - so wie Bartimäus Gott um Hilfe anzuflehen.

Die glaubenden Menschen in den Krisengebieten dieser Welt wissen sehr gut, was sie auf die Frage Jesu «Was soll ich dir tun?» antworten sollen. Und sie haben das Vertrauen, dass Gott sie nicht alleine lässt mit ihrem Wunsch.

Sind wir wunschlos glücklich, weil es uns gut geht und kommen - zumindest praktisch gesehen - ohne Gott aus? Oder wissen wir, was Gott uns tun soll? Haben wir das Vertrauen, dass er uns nicht allein lässt? Denn ihm geht es nicht um eine Sache, Ihm geht es um mich. Ganz persönlich.

Was willst du, dass ich dir tun soll?

Einen gesegneten Sonntag wünscht im Namen des Pastoralteams
Ihr Diakon Alexander Fuchs

Lesungen zum 30.Sonntag im Jahreskreis




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25.10.2009 - 30. Sonntag im Jahreskreis

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