21.06.2012 18:30 Uhr:
Gottesdienst für leb. + verstorb. St. Johanniszweiverein - Rathaus, Sitzungssaal
21.06.2012 19:15 Uhr:
Jahreshauptversammlung 2012 - Rathaus, Sitzungssaal
Was ist das Besondere an den Christen? Woran kann man sie erkennen? Das sind Fragen, die zur Zeit der ersten Christen gestellt wurden, und die auch heute immer wieder zu hören sind.
In der Welt, aber nicht von der Welt sein – mit dieser "Kurzformel" gibt uns das Evangelium eine Antwort. Zwei Möglichkeiten sind für einen Christen dadurch ausgeschlossen: die Flucht aus der Welt und die Verabsolutierung der Welt. Die Welt ist nicht der Himmel, nicht Gott – aber auch nicht die Hölle. Christsein heißt: Sich in dieser Welt engagieren und sich mit den Menschen solidarisieren.
Christsein heißt aber auch: Sich nicht an diese Welt klammern und sich ihr nicht kritiklos anpassen.
In der Welt, aber nicht von der Welt sein – diese "Kurzformel" bringt auch die Sehnsucht ins Spiel, die zu unserem Glauben gehört: Nicht vom Brot allein leben, sondern auf Worte hoffen, die trösten und befreien. Sich nicht mit materiellen Dingen zufrieden geben, sondern auch dann noch eine Kraftquelle haben, wenn andere Quellen wie Erfolg und Besitz erschöpft sind. Seinen letzten Halt, seine Verwurzelung, seine wahre Heimat in Gott finden.
In der Welt, aber nicht von der Welt sein – da schwingt auch eine Grundhaltung mit, die man auch als "engagierte Gelassenheit" bezeichnen könnte: Ich engagiere mich in der Welt, arbeite für Verbesserungen und Vermenschlichung der Lebensbedingungen, kann das aber gelassen tun, weil ich mich von Gott getragen weiß und von ihm die Vollendung erwarte.
In der Welt, aber nicht von der Welt sein – dieser Satz zeigt, dass Christsein etwas Spannendes ist und oftmals einen Balanceakt erfordert. Sich einmischen in diese Welt, sich einlassen auf sie, aber sich nicht total verlassen auf sie; die Welt wahrnehmen, sie aber nicht als letzte Wahrheit nehmen.
In der Welt, aber nicht von der Welt sein – Wie würden Sie umschreiben, was Christsein für Sie bedeutet, warum Sie Christ sind?
Einen schönen Sonntag und einen guten Beginn in die neue Woche wünscht im Namen des Seelsorgteams
Eva Bracharz-Streib, Pastoralreferentin
Lesungen zum 7. Sonntag der Osterzeit
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