Wer glaubt, ist nicht allein

Allein macht sich so mancher
wenn er sich trennt von allen andern
wenn seiner Wege er halt geht
wenn ihm die andern schnuppe sind

Das kann bisweilen nötig sein
um seinen eignen Weg zu gehen
um seinen Selbststand recht zu finden
nur dann kann er auch sein mit andern

Wo einer immer treu und brav
erfüllt was man von ihm erwartet
da ist er äußerlich dabei
im Innern freilich bleibt er einsam

So geht es in dem Gleichnis Jesu
dem Älteren der beiden Brüder
er bleibt zwar treu bei seinem Vater
doch hat er nichts mit ihm gemein

Er ist von Angst allein besetzt
er könnt' nicht alles richtig machen
er traut sich nichts für sich zu fordern
die ganze Bravheit isoliert ihn

Lässt ihn vom Vater Abstand nehmen
so dass am Ende er der Ferne
den Vater nicht verstehen kann
und trotzig in sich bleibt verquert

Der jüng're Sohn er rennt davon
er will das Leben gut genießen
er tut's wohl auch in vollen Zügen
denn bald schon ist er auch am Ende

Er kehrt zurück den Vater suchend
er will ihm nah sein auch als Knecht
und weil er selbst so weit entfernt war
kapiert er mehr von Vaters Liebe

Erfährt sie freilich auch ganz heftig
wird eingesetzt wieder als Sohn
ein großes Fest verdeutlicht es
der Ferne ist jetzt wieder nah

So können wir es auch erfahren
dass Gott uns einlädt in sein Reich
dass wir uns neu ihm anvertrauen
mit ihm in Freundschaft dann zu leben

Da gilt es offen auch zu bleiben
dass Gott auch andern dies anbietet
was sie nach unsrer Meinung niemals
verdienet haben so wie wir

Da sollten wir mehr achtsam werden
dass wir nicht über andre uns erheben
dass es uns nicht mal so ergehet
wie jenem ältren Bruder in dem Gleichnis

Gut wenn wir darauf bauen können
dass Gott uns so entgegen kommt
und mit uns redet und uns einlädt
mit ihm uns über andere zu freun

Damit wir im Vertrauen spüren
er öffnet sich und andre uns
dass wir nicht mehr alleine seien
im Glauben vielmehr sind vereint

Lesungen zum Tag




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