„Heute bist Du aber nicht gut drauf!” So bekommt man es zuweilen schon einmal gesagt. Schon bei der Wahrnehmung des Gesichtes bekommt der andere mit, ob einer gut oder schlecht drauf ist. In den Augen erkennt man die Müdigkeit, die Wachheit, Gesundheit und Krankheit. Im Antlitz lassen sich Grundhaltungen und Grundeinstellungen zum Leben wie Traurigkeit, Bitterkeit, Verhärmtheit oder auch Zuversicht, Fröhlichkeit und Gelassenheit erkennen.
Im Gesicht drückt sich die unverwechselbare Identität, drückt sich die Innenseite der Seele aus. Im Antlitz sprechen sich auch Beziehungen aus. Wir spüren, wie wohltuend und heilend liebende Aufmerksamkeit ist, wie wichtig es ist, wahrgenommen zu werden, ein „Ansehen” zu haben. Es kann aber auch verletzend sein, wenn jemand, der körperlich da, mit den Gedanken aber ganz woanders ist. Blicke können sagen: Ich brauche dich, lass mich nicht allein, du musst mir helfen!
Mit Blicken und mit der Gestik des Gesichtes können auch Kälte, Gleichgültigkeit und Verachtung signalisiert werden. Ohne Worte sagt da einer: „Du bist für mich überflüssig“. Blicke können kontrollieren, überwachen, fixieren und lähmen. „Wenn Blicke töten könnten”, heißt es nicht umsonst in unserer Alltagssprache.
Die Seligpreisungen, die wir am kommenden Sonntag hören, spiegeln das Antlitz Jesu und seine Liebe. Wir haben von Jesus kein authentisches Bild, kein Foto, keine Filmaufnahmen, keine handschriftlichen Dokumente, keine Unterschrift, aber: Die Seligpreisungen spiegeln das Gesicht, die Identität Jesu, sie stehen im Herzen der Predigt Jesu. Dieses Antlitz Jesu vermittelt, wer Gott für uns Menschen ist. Jesu Blick auf die Menschen bleibt nicht an der geschminkten, geschönten Oberfläche stehen. Jesu Blick geht in die Tiefe; er vermittelt Würde, Zuwendung, Leben und Hoffnung. In Jesus, in seinen Seligpreisungen schreibt Gott das Zeichen seiner Liebe und Würde auf die Stirn eines jeden Menschen, des Freundes und Feindes, des Armen und Geringen.
In den Seligpreisungen spricht sich der Weitblick Gottes aus. In ihnen fügt Jesus das Zerschlagene und die Zerschlagenen zusammen, holt er die Verlorenen heim, macht er die Kaputten lebendig, trocknet er die Tränen, gibt er den Toten Hoffnung.
Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht ihnen im Namen des Seelsorgeteams
Ihr Diakon Alexander Fuchs
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