...und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.

Darum geht es im Glauben. Das ist der Grund, warum ich Christ bin. Ich hänge am Leben. Mich beunruhigt die Tatsache meines Sterbens. Ich halte Ausschau nicht unbedingt nach Verbesserung meiner Lebensqualität (...)! Aber ich halte Ausschau nach „richtigem“ Leben inmitten des „falschen“, wie ein moderner Philosoph es einmal gesagt hat. Ich halte Ausschau nach einem, der mich halten kann, wenn alle anderen mich loslassen müssen. Wie sagt es der Herr? „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh. 11,25 f). Es gibt letzte Dinge und – vorletzte, wie es der evangelische Theologe Bonhoeffer einmal ausgedrückt hat. An den letzten Dingen dran bleiben heißt nicht, die vorletzten zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Wer um den Himmel weiß, wird die Erde erst recht würdigen. Aber er wird sie nicht zum Himmel machen. Das geht meist nicht gut aus. Der Glaube macht uns bescheiden. Er weiß, dass unser irdisches Leben Grenzen hat. Er macht uns aber unbescheiden, voll brennender Sehnsucht, wenn es ums Ganze geht, um mich selbst und um jene, die ich liebe.

Bischof Dr. Joachim Wanke
aus: „Die Sonntagsbibel“ - Gedanken, Impulse, Gebete




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