Gemeinschaft mit dem Auferstandenen

Christ-sein heißt auf Jesus von Nazareth vertrauen. Wie kann solches Vertrauen entstehen und wachsen? Was berichtet darüber das Evangelium dieses 3. Sonntags in der Osterzeit, das Evangelium von der Erscheinung, von der Offenbarung des Auferstandenen am See von Tiberias?

Jesus steht am Ufer. Er zeigt sich als der Unbekannte. Es heißt: „Die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ Da stellt dieser Unbekannte eine Frage: „Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zum essen?“ Und dann gibt er einen Auftrag und spricht eine Verheißung aus: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“

Die Jünger lassen sich auf dieses Wort des immer noch Unbekannten ein. Sie fahren hinaus und machen einen überraschend reichen Fang. Da gehen ihnen die Augen auf. Als erster erkennt Jesus der Jünger, von dem es im Johannesevangelium heißt, dass ihn Jesus liebte: „Es ist der Herr!“ Und Petrus eilt dem Herrn entgegen.

Jesus bereitet ein Mahl mit den Gaben, welche die Jünger bringen: „Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.“ Und er lädt die Jünger zum Mahl: „Kommt und esst! Jesus bietet Gemeinschaft an, und die Jünger folgen der Einladung. Es heißt: Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.“

Es entsteht eine Gemeinschaft zwischen den Jüngern und Jesus, eine Gemeinschaft die geprägt ist von Nähe und Distanz. Im Evangelium wird dies so beschrieben: „Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.“ - Auf diese Weise offenbarte sich Jesus den Jüngern, und die Jünger kamen zum Glauben an ihn.

Ist das eine zufällige Geschichte oder zeigt sich in dieser Erzählung Wesentliches über das Werden des christlichen Glaubens? Es ist wohl das Zweite der Fall. Glaube wird hier beschrieben als ein Geschehen des Dialogs. Auf der einen Seite steht Jesus als der Unbekannte, der sich fortschreitend offenbart. Auf der anderen Seite steht der Mensch, der sich auf Jesus einlässt und immer tiefer begreift, wer dieser Jesus ist.

In dieser Art wächst die Gemeinschaft zwischen Jesus und den Christen. Es ist eine Gemeinschaft, geprägt von Nähe und Distanz, weil Jesus trotz aller Nähe auch der Unverfügbare und Unbegreifliche bleibt. Ein Ort, wo sich solche Gemeinschaft ereignen kann und soll, ist die Feier der Eucharistie, zu der wir Sonntag für Sonntag eingeladen sind. Sie ist das Mahl, zu dem Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene uns alle einlädt.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ihr Diakon Alexander Fuchs
 




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08.05.2011 - 3. Sonntag der Osterzeit

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