Liebe Gemeinde,

eine Mutter gibt Ihrem Kind eine Ohrfeige. Aus Wut, Frust oder Verzweiflung schlägt sie ohne nachzudenken zu. Schock - „Das wollte ich nicht!“ - versucht das Kind zu umarmen. Tränen. 

Psychologen sagen: Wenn Eltern sich nicht mehr zu helfen wissen, kann es zu Gewalt als letzes Mittel zu Siegen kommen. Und genau in diesem Moment verlieren sie den Kampf. Kinder wissen sehr genau, wie sie ihre Eltern auf's Äußerste reizen können – und tun das, und haben es immer getan. Positiv gesehen ist die Ohrfeige für uns Eltern ein deutliches Signal, dass etwas schiefläuft. Das Entsetzen hilft, eigene Positionen in Frage zu stellen. Denn die alten Wege funktionieren nicht mehr.

Auch Jesus fordert die Fischer auf, auf der anderen Seite zu fischen. Und es klappt.

Übrigens: Sollte Ihnen mal die Hand ausrutschen, ist der Satz: „Ich wollte das nicht!“ oder „Du bist schuld, dass ich dich schlage!“ sicher der falsche Punkt. Bleiben Sie ruhig oder gehen Sie für 5 Minuten außer Seh- und Hörweite. Versuchen Sie, sich selbst und Ihrem Kind klarzumachen, was dazu geführt hat – und ziehen Sie daraus Konsequenzen für Ihr Verhalten und Ihre Regeln. Dann dürfen Sie sich wieder mit Ihrem Kind versöhnen und umarmen.

Ihr Wolfgang Keller

PS: Das Sakrament der Versöhnung (Beichte) und die Zusage: „Ich verzeihe Dir!“, kann danach guttun.




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