Das Klagen und Stöhnen über die Hektik in der sogenannten Vorweihnachtszeit gehört schon fast genauso zum Advent wie der ständige Hinweis in besinnlichen Stunden, doch endlich einmal zur Ruhe zu kommen.
Und tatsächlich: Wenn Advent bedeutet, dass wir die Ankunft des Herrn erwarten, so ist es nicht so, dass wir dem kommenden Gott bewusst die Türe vor der Nase zuschlagen oder erst gar nicht öffnen: Nein, es scheint vielmehr so zu sein, dass wir - in Erwartung des «ankommenden Gottes» schlicht nicht zu hause sind.
Mit dem ständigen „Unterwegssein“ meine ich nicht nur die Tatsache, dass wir so viele Besorgungen zu machen haben oder von einer Veranstaltung zur nächsten hasten. Mit dem ständigen „Unterwegssein“, dem schlichten „Nicht zu hause sein“ meine ich unsere innere Unruhe.
Und das, was wohl in fast aller Munde ist, ist wahrscheinlich die Frage nach den Geschenken. Es ist ja nun auch gar nicht so einfach: Es soll ein persönliches Geschenk sein, nichts bloß Dahergekauftes, es soll Liebe und Mühe darin stecken und auch noch dem gefallen, für den es gedacht ist. Eingepackt werden muss es zwar auch, aber selbst die schönste Verpackung macht aus einem lieblosen Gegenstand noch kein Geschenk.
Was schenken wir eigentlich dem „Christkind“? Was machen wir eigentlich dem kommenden Herrn zum Geschenk? Haben wir daran überhaupt schon gedacht?
Ein Vorschlag: Machen wir uns selbst dem Herrn zum Geschenk. Achten wir dabei weniger auf die Verpackung. Geschenke sollen schön und gut sein, nicht nur schön und gut verpackt.
Zum schönen und guten Geschenk wird man, wenn man Schönes und Gutes tut. Kümmern wir uns um uns, sonst ist es kein persönliches Geschenk mehr. Natürlich kostet das Mühe und Liebe - aber das macht ja eben ein echtes Geschenk aus. Tun wir ruhig mal etwas, was uns nicht so leicht fällt. Das kostet nicht viel Zeit - schenkt aber sehr viel Wärme. Warten wir mit guten Vorsätzen nicht erst bis Neujahr - sonst könnte es sein, dass der einzige, der in unserer Familie am Weihnachtsabend kein Geschenk bekommt, Christus ist.
Einen gesegneten 2. Adventssonntag wünscht Ihnen
Ihr Diakon Alexander Fuchs
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