Auf sein Inneres hören

Vielleicht kennen manche von Ihnen diese Erfahrung: Man muss sich auf einen Termin vorbereiten, sammelt Materialien und Ideen, betrachtet das Thema von allen Seiten und hat am Ende viel Brauchbares zusammengetragen. Dennoch fühlt man sich mit dem Erarbeiteten nicht zufrieden. Irgend etwas stimmt noch nicht und man kommt nicht wirklich weiter. Wenn man dann eine Nacht darüber geschlafen hat, weiß man plötzlich, woran es hängt.

Offenbar ist es manchmal nötig, einfach abzuschalten, etwas Abstand zu gewinnen und die Angelegenheit mit dem "inneren Auge" zu betrachten. Dieses sieht manches klarer als das äußere.

Die Apostel mussten nach der Himmelfahrt Jesu auch eine Zwangspause einlegen, zumindest nach dem Bericht der Apostelgeschichte. Sie kehrten in die Stadt Jerusalem zurück, warteten und beteten. Was sollten sie sonst auch tun?
Aus dieser Zwangspause heraus bricht für sie etwas Neues auf, was sie später die Sendung des Heiligen Geistes nennen werden. Die Jünger und die Frauen, die mit Jesus mitzogen, mussten erst all das verdauen, was sich um Jesus ereignet hatte, es innerlich verarbeiten. Auch ihr "inneres Auge" hat begonnen , manches anders zu sehen als bisher, in sinnlos scheinenden Ereignissen einen Sinn zu entdecken. Bis zu einem gewissen Grad wird verstehbar, dass alles so kommen "musste".

Was die Jünger und Frauen zum Pfingstfest hingeführt hat, kann auch in unserem leben stattfinden, wenn wir den nötigen Spiel- und Freiraum dafür schaffen.

Wenn von Gebet die Rede ist, denken viele Menschen an bitten, danken, loben... In der Erzählung der Apostelgeschichte ist von einer anderen Art des Betens die Rede: Das Betrachten des Geschehenen mit dem "inneren Auge". Dieses sieht neue Zusammenhänge, manchmal auch ganz andere Lösungswege, als wir bisher immer versucht haben. Vielleicht könnte diese Art des Betens uns zu einem neuen Pfingsten verhelfen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ihr Diakon Alexander Fuchs
 




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