18. Sonntag im Jahreskreis

Wir alle planen doch gerne. Der Urlaub wird geplant, vielleicht auch schon der im nächsten Jahr. Karriere und Hausbau, Familienfeierlichkeiten und besondere Ereignisse wollen ebenfalls von langer Hand geplant sein.

Gerade hier aber warnt uns sowohl die Lesung als auch Jesus im Evangelium: Es kommt nicht auf unsere großen und kleine Pläne an. Worauf es Gott ankommt, ist nämlich nicht das, was noch in der Zukunft liegt. Was haben wir schon von der Zukunft in der Hand?

Wenn wir «jetzt» sagen und die Zeit meinen, in der wir leben, so sind einige schon so bescheiden und meinen damit nicht unser Jahrhundert, sondern nur das Jahr 2010, in dem wir gerade leben. Doch was haben wir von diesem Jahr schon in der Hand? Die eine Hälfte ist vergangen, daran lässt sich schon nichts mehr ändern - auch wenn wir das gerne würden. Und die andere Hälfte des Jahres liegt noch im Verborgenen.
Aber selbst nur dieser Sommer - dieser Monat - oder diese Woche liegt gar nicht in unseren Händen. Nichts können wir noch von dem ändern, was allein dieser Tag schon gesehen hat, nichts können wir endgültig voraussehen, von dem, was heute noch kommt.
Allein in unseren Händen liegt der Augenblick, das Jetzt. Nichts anderes. Weder die Zukunft, noch die Vergangenheit. Nur das, was im Moment, im Augenblick geschieht, können wir beeinflussen.

Nun gut, ich gebe zu: Machen Sie ruhig Pläne. Sie sind sinnvolle Einrichtungen. Aber: Leben müssen wir jetzt! Leben können wir immer nur im Augenblick, nicht in der Zukunft und nicht in der Vergangenheit.

Und Leben - das heißt, die Welt, die Natur, das Wetter genießen und sich daran freuen. Die Menschen genießen und sich mit ihnen freuen. Gott genießen - und sich an ihm freuen. Das Gebet zu genießen.

Jetzt haben sie die Möglichkeit, in diesem Augenblick. Aber dieser Augenblick ist nicht nur unser Augenblick. Letztlich sind es die Augen Gottes, die uns anblicken und dadurch unsere Antwort, unser Mittun, unser Danken erwarten.

Und nur diese Augenblicke machen uns reich. Reich sind wir nicht durch das, was wir haben und uns leisten können. Reich ist der, dem der Augenblick gehört, und der jeden neuen Augenblick aus Gottes Hand nimmt.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihr Diakon Alexander Fuchs




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